Einmal Vollzeit, immer Vollzeit und 40 Jahre auf derselben Stelle? Das ist heute selten. In jedem Leben gibt es Zeiten, in denen persönliche Aufgaben und Wünsche Raum fordern. Wer Kinder erzieht, einen Menschen pflegt oder Zeit für die eigene Gesundheit oder Weiterentwicklung benötigt, verdient Unterstützung. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können erheblich dazu beitragen, dass Mitarbeitende herausfordernde Zeiten erfolgreich meistern.
Doch was ist eigentlich Standard? Wie vergewissern sich Unternehmen, wo sie in Sachen Familienfreundlichkeit stehen? Und woran können Bewerberinnen und Bewerber das erkennen? Die Antwort lautet: über Labels und Zertifizierungen. Deshalb freut sich die Kreissparkasse Göppingen, dass sie im Frühjahr durch das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft mit dem Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen“ zertifiziert wurde. Ein solches Zertifikat fällt einem nicht einfach in den Schoß. Zur Prüfung legte die Kreissparkasse eine ganze Reihe von Dokumentationen, Verträgen, Nachweisen und Betriebsvereinbarungen vor. Dazu kamen Fragebögen und Interviews mit Mitarbeitenden sowie eine Begutachtung vor Ort. Dass am Ende dieser Prozedur eine Zertifizierung erfolgt, ist keineswegs selbstverständlich. Die Kreissparkasse hat die Prüfung mit Auszeichnung bestanden. Gelobt wurde vor allem, dass sich die Unterstützung nicht auf die Familienzeit beschränkt, sondern dass alle Lebensphasen berücksichtigt werden.
„Die Kreissparkasse Göppingen bietet unter anderem Teilzeitmodelle für die Generation 55+ an und macht Angebote zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf – das ist schon etwas Besonderes“, bemerkt Silvia Gesierich vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. Das Bildungswerk hat die Zertifizierung 2013 gemeinsam mit dem Landesfamilienrat Baden-Württemberg entwickelt. Rund 250 Unternehmen haben sich seitdem zertifizieren lassen. Positiv vermerkt wurde bei der Kreissparkasse auch die Offenhe it im Vorstand für die Themen Pflege, Familie und Gesundheit: „Wenn die Firmenspitze mitzieht, lassen sich Maßnahmen viel besser durchsetzen“, meint Silvia Gesierich. Dass die Kreissparkasse so positiv aus der Masse heraussticht, ist auch das Verdienst des Arbeitskreises „Beruf, Familie & ich“, der sich seit über zwanzig Jahren für das lebensphasenorientierte Arbeiten starkmacht.
Der Name ist Programm:
„Die klassische Familie ist nur eine von vielen Lebensformen“, erklärt die Personalratsvorsitzende Alexandra Mehler, die seit Langem zur Arbeitsgruppe zählt. „Deshalb ist es uns wichtig, bewusst das ‚Ich‘ anzusprechen.“ Zum Angebot zählen neben verschiedenen Arbeitszeitmodellen auch Serviceleistungen wie die Pflegesprechstunde, in der sich Mitarbeitende mit pflegebedürftigen Angehörigen beraten lassen können, ein Eltern-Kind-Büro sowie finanzielle Unterstützung bei der Buchung haushaltsnaher Dienstleistungen. Themen wie „Mobiles Arbeiten“ haben bei der Kreissparkasse eine lange Tradition. Wichtige Angebote macht auch das betriebliche Gesundheitsmanagement: Neben betriebsärztlichen Sprechstunden, Spielgeräten für die bewegte Pause und Gesundheitstagen bietet es eine anonyme psychologische Erstbetreuung. Von alldem profitieren auch die Kundinnen und Kunden: „Mitarbeitende, die ihre privaten Dinge geregelt haben, haben während der Arbeitszeit den Kopf frei“, bringt es Alexandra Mehler auf den Punkt. Personalreferentin Gabriele Lepp bestätigt das: „Gut ausgebildete Mitarbeitende sind unser Kapital. Deshalb wollen wir unseren Spezialistinnen und Spezialisten die Möglichkeit geben, auch mal kürzer zu treten, um später wieder mehr zu arbeiten.“
In einer Zeit, in der es in der Finanzbranche an Fachkräften mangelt, sichert die Kreissparkasse auf diese Weise die Qualität der Beratung. Von der Familienfreundlichkeit im Unternehmen haben am Ende also alle etwas.
Mit freundlicher Genehmigung der Kreissparkasse Göppingen aus der Zeitschft "Wir für Sie" vom Juli 2022.
